Ich hänge an der Nadel...

😱 😘Nein, nicht Bahnhof Zoo oder Crystal Meth: ich bin süchtig nach PINTEREST!Jeden Tag verbringe ich Stunden damit, Bildchen auszuwählen, die mir diese Seite anbietet wie Mutti den spielenden Kindern Kekse:😃 Ob ich nicht Lust habe, das eine oder andere zu - nein nicht zu kaufen oder irgendwie in meinen Besitz zu bringen, sondern eine Kopie auf eine meiner Pinwände anzubringen, die dann ein Anderer wiederum kopieren kann - umsonst natürlich. Oder um bei meinem Bild zu bleiben: Mutti bietet nicht Kekse sondern nur Bilder von Keksen an, oder Spielsachen, die es gar nicht bekommen wird, sondern nur die Bilder davon. Jetzt meine Frage: Wie würden Kinder reagieren? Richtig: Schreien und rabatzen. Die würden sich das nicht bieten lassen👿. internettifizierung. Das Handeln mit Waren, die man gar nicht besitzt sondern nur Bildchen davon, und dass man sie auch nicht verkauft, ja nicht mal verleiht, sondern nur kund tut, dass die oder der das Bild auf einer Seite gepinnt hat - Alle Achtung, da hat aber wer ganz tief in die Trickkiste gegriffen. Aber es funktioniert! Weil es vorhandene Bedürfnisse befriedigt - irgendwo zwischen Sammelwut und aufdeckendem Journalismus (ok, theoretisch). Nicht zu vergessen die Selbstdarstellung. Die Auswahl der Pins kann eine großartige Darstellung der eigenen Person sein, ohne das man selber etwas produziert. Andererseits verrät man auch wiederum viel über die eigene Person und die eigenen Bedürfnisse. Das Pinnen reiht sich somit ein in die Reihe der Datensammler für die Wirtschaft.🕵🏼Mal ehrlich: Was ist der Gewinn? Ja wenn wir eigene Bilder pinnen würden und als Fotografen oder was auch immer bekannt werden, aber nein: Alle Bilder werden von dieser Seite geliefert, auf dass man sie im eine neue Reihenfolge bringe. Das ist so, als ob einer sämtliche Bilderkisten der letzten 20 Urlaube einem vor die Nase stellt, die längst katalogisiert und alles sind, mit der freudigen Aufforderung, sie doch mal neu zu ordnen oder ein paar hübsche Bilder auszusuchen - und dann in Begeisterung verfällt, wenn wir uns dieser gewaltigen Challenge stellen!Kindergarten!😃Eigentlich müsste man sich vera-eppelt fühlen, oder? Hand hoch, wer's genauso sieht.Aber es gärt bereits. Nicht, dass die Pinjunkies sich zusammentun und - ja was eigentlich, Protestnoten pinnen? Nein, jener Anbieter hat so viel an Größe und Gewicht zugelegt, dass er fast sowas wie ein allgemeingültiges Bilderlexikon geworden ist, in dem man nahezu alles nachschlagen kann: "P" ist mittlerweile fast ein Wikipedia für Bilder! (Ok, Wikipedia hat auch Bilder, aber eben auch viel Text, der gelesen sein will).Heißt: Aus dem "schlanken Magazin", das man mal eben schnell in die Handtasche packt, ist ein "dickes Buch" geworden - wichtig, sehr wichtig sogar, aber nicht mehr soo sexy. Ehrlich gestanden drängt es mich auch nicht mehr so sehr, aus vorhandenen Bilderkategorien neue zu bilden, wenn es alles schon hundertfach gibt. Und wer weiß, vielleicht, in paar Jahren, ist die Sammlung so dick und satt, dass das Sammeln nur noch Gähnen hervorruft: wenn alles, was einen interessiert, unmittelbar zur Verfügung steht?Bis dahn, liebe Mit-Junkies, wollen wir uns die Sache schönreden: Neulich habe ich gelesen, dass die Obamas auch pinnen. Das ist doch was! Und jetzt, wo er so viel Zeit kann er dochmal Bilder des jungen Abraham Lincoln sammeln, oder Zitate von Teddy Rooesevelt. Oder Bundeskanzler. Hm, das wäre mal eine neue Idee: Bundeskanzler pinnen, hab ich noch nicht, Und ihre Dienstwagen. Oder Ehefrau und Geliebte? ... Ok Leute, ihr müsst mich mal entschuldigen, ich öhm, ich... Ach was soll's! Auf dass noch in hundert Jahren an den Lagerfeuern zwischen Kamtschatka und Feuerland erzählt wird von dem, der es gewagt hat, eine Sammlung aller Bundeskanzler, Diensteagen und Geliebten zu pinnen!

29.4.17 01:54, kommentieren

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